Lehrstuhl für Visuelle Kommunikation
Folkwang Universität der Künste

ADMYTHS. Werbung, Mythen, Heilsbilder. Von Nina Launer

Als stressproduzierendes und massenmediales System gleichermaßen kultiviert die Werbung, verhältnismässig krisensicher, sowohl ein kollektives Unbehagen, als auch ein Gefühl permanenter Bedrohung durch Krankheiten, Mangelerscheinungen, Sehnsüchten und anderen Alltagssorgen. Ein Beunruhigungssystem, in der die eine Sorge direkt die nächste Sorgen formuliert, ablöst oder verstärkt. In ihren Erzählungen erleuchtet uns die Werbung zugleich die Trinität von Problem, Läuterung und Erlösung. Ohne sie wüssten wir nicht, wie wir uns in Form halten sollten. Gut, dass sie uns in ihren Heilsgeschichten Erlösungsstrategien offenbart und Beihilfe zur Selbst-Diagnose in Sehnsuchts-, Bedürfnis-, Beschädigungs-, Heils- und Gesundheitskompetenzfragen leistet.

Beobachtet wurden die visuellen und verbalen Mechanismen der Heilsversprechen in der TV-Werbung. Ähnlich einem Herbarium (lat. Kräuterbuch) wurden sie als Blüten der Werbung gesammelt, geordnet, analysiert und als ´Fernsehmosaikeª in das Buch gepresst. Die Bildarrangements greifen dabei in ihrer sequentiellen Anordnung das Moment des Massenmediums Fernsehen auf und werden als Beobachtung von Beobachtung so selbst zu Fenstern mit Blick auf unsere Heilssehnsüchte.

Diplomarbeit
von Nina Launer
[2014]

Betreuende Professoren:
Prof. Hans Günter Schmitz (Konzeption/Gestaltung), Dr. Bernhard Uske (Theorie)