Lehrstuhl für Visuelle Kommunikation
Folkwang Universität der Künste

Reisebilder. Von Jacqueline Rode

"Flugreisen" widmet sich der Bildsprache der drei bekanntesten Fluggesellschaften der Welt. Der Deutschen Lufthansa als Erbe der weltweit ersten zivilen Luftfahrtgesellschaft. Delta Airlines als größter Fluggesellschaft der Welt. Und Pan American als weltweiter Ikone der Flugindustrie im 20. Jahrhundert.

Um das eigene Angebot – eigentlich nur ein nüchterner, logistischer Aufwand: der Transport und die Abwicklung von Passagieren – aufzuwerten, wird der Flug als entscheidender Teil der Reise inszeniert. Das Bild der Fluggesellschaft wird mit Sehnsuchtsbildern verknüpft und erweitert. Bilder von traumhaften Stränden, exotischen Kulturen, spannenden Städten und erholsamer Natur. Weit entfernt und doch greifbar nah. Schöne Flugbegleiterinnen, perfekt gekleidet, geleiten in komfortable Paradiese. Traumwelten: bunt, adrett und konsumierbar. Distanzen sind kein Aufwand, ihre Überwindung ist ein angenehmes Erlebnis. Als "Ereignis an sich" etabliert, erscheint die Flugreise fast gleichwertig mit den Abenteuern und Belohnungen, die einen am Ziel noch erwarten.

Bilder der Fernreise schliessen immer Aspekte der Flugwelt mit ein. Dazu gehören, neben den Werbemitteln und ihren Motiven auch andere Details, wie die Kleidung der Stewardessen oder der gestalterische Auftritt der Fluggesellschaften. All das, was uns spontan an "Reisen" erinnert und im besten Falle Fernweh verursacht oder an besondere Reisemomente erinnert, und nicht an die Realität, mit ihren stressigen Abfertigungsprozessen, den lästigen Wartezeiten und den beengten Platzverhältnissen. Das Bild der Reise versetzt den Betrachter direkt an den Ort seiner Träume, es klammert all das aus, was den Alltag eigentlich ausmacht. Es sind visuelle Eskapismen in weit entfernte, und doch gut erreichbare Paradiese.

Ordnung der Bildsprachen.
Projektseminar

Semester-Projekt von Jacqueline Rode
[2014]

Betreuende Professoren

Prof. Hans Günter Schmitz (Konzeption/Gestaltung), Dr. Bernhard Uske (Theorie)