Lehrstuhl für Visuelle Kommunikation
Folkwang Universität der Künste

Skandalbilder. Von Nathalie Pechan

Gesellschaftliche Kommunikation über die allgemeine Moral findet heute in der Öffentlichkeit der Massenmedien statt. Seit Auftakt der ersten analogen Massenmedien, der Tageszeitung, sind Skandale aus dem öffentlichen Leben nicht mehr wegzudenken. Erst durch die Veröffentlichung wird der Skandal erst zu einem Skandal. Denn durch die Enthüllung des moralischen Fehlverhaltens wird der allgemein festgelegte Fehltritt bewusst und gewinnt an Bedeutung. Oder anders gesagt: erst die Veröffentlichung des Regelverstoßes bringt die Geltung der Regel zum Vorschein. Der Ablauf eines Medienskandals läuft dabei meistens gleich ab und ähnelt an Strukturformen des antiken Dramas. Kurz gefasst kann man sagen, dass der Ablauf eines Skandals immer drei Schritte benötigt.

1) Eine moralische Verfehlung findet statt.
2) Diese moralische Verfehlung wird öffentlich gemacht.
3) Das allgemeine Publikum ist außer sich.

In seinen zwei Erscheinungsarten sollen die Skandalbilder maximale Erregung und Empörung auslösen. Die Art der kalten Skandalbilder benötigt Erläuterungen oder Merkmale, die es als Skandal kennzeichnen. Das kann eine Überschrift sein, manchmal reicht schon eine typische Bildmanipulation wie etwa die Verpixelung der Augenpartie. Skandalbilder der heißen Dimension bedienen sich der Bildökonomie. Minimaler Energieeinsatz für maximale Wirkung. Sie zeigen Schlüsselmomente, reduzieren das Drama auf nur einen, medienwirksamen Ausschnitt. Es sind Bilder, die ohne jegliche Erklärungen funktionieren.

Ordnung der Bildsprachen.
Projektseminar

Semester-Projekt von Nathalie Pechan
[2014]

Betreuende Professoren:
Prof. Hans Günter Schmitz (Konzeption/Gestaltung), Dr. Bernhard Uske (Theorie)